TU Berlin

Transdisziplinäre Nachhaltigkeitsforschung in der ElektronikProduktinformation 4.0 (PI4.0)

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Produktinformation 4.0

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Flyer zum Projekt

Hintergrund

Die globale Inanspruchnahme von Ressourcen hat sich in den letzten Jahrzehnten vervielfacht. Die Bewältigung der hiermit verbundenen Belastungen für die Umwelt und die Gesellschaft als Ganzes gelten neben dem Klimawandel als eine der zentralen Herausforderungen für eine nachhaltige Transformation unserer Wirtschaftsweise. Ein Großteil der Material- und Energieverbräuche ist dabei zwangsläufig mit der Produktion und Konsumtion von physischen Produkten und Gebrauchsartikeln verbunden. In einer vielbeachteten Studie stellten vor kurzem ein internationales Forschungskonsortium fest, dass die gesamte Menge je von Menschen geschaffener materieller Artefakte, wozu insbesondere auch Produkte zählen, seit dem Jahr 2020 in ihrer Masse bereits die gesamte lebende Biomasse überschreiten. Eine andere Studie indiziert, dass die Vielfalt von Menschen geschaffener komplexer Objekte, wie Materialien, Gemische und Produkte innerhalb der Technosphäre bereits heute die bekannte Vielfalt der lebenden Ökosysteme übersteigen. Eine genaue Vermessung scheitert bisher jedoch, weil die hierfür notwendigen Erfassungssysteme und Datenbanken fehlen. Die große Menge und Vielfalt an Produkten, ihre Eigenschaften sowie die individuellen Produktlebenszyklen stehen bisher der Verwirklichung einer Kreislaufwirtschaft entgegen. Um der taxonomischen Überforderung zu begegnen, sollen im Rahmen des Forschungsprojekt mit Hilfe des Konzepts eines digitalen Produktpasses Lösungen entwickelt, in der Praxis erprobt und mit anderen Akteuren transformativ weiterentwickelt werden.

 Der digitale Produktpass bietet als Instrument verschiedene Potenziale. Er soll vor allem helfen Informationsasymmetrien und -brüche innerhalb des Produktlebenszyklus abzubauen und damit nicht genutzte Kreislaufpotenziale bei den jeweiligen Akteuren zu erschließen.

 Der digitale Produktpass soll dabei helfen die produktspezifischen Eigenschaften wie die Zusammensetzung, Aufbau, Schadstoffkontaminierung, Funktions- und Betriebsweise, Reparatur- und Recyclinganweisungen oder Produktlebensdauer zu bestimmen und den jeweiligen Akteuren innerhalb des Produktlebenszyklus die benötigten Informationen bedarfsgerecht bereitzustellen (siehe Abbildung). Er bietet als Informationsträger nicht nur Potenziale zur Ressourcenschonung und besserer Kreislaufführung, sondern auch für zirkuläre Geschäftsmodelle. Obgleich es bereits eine Vielzahl von branchen- und themenspezifischen Instrumenten gibt, ist es der innovative Charakter des Produktpasses, die verschiedenen Informationsquellen und relevanten Daten in einem System zu erfassen und nutzerspezifisch bereitstellen zu können.

 

Ziele des Vorhabens

Ziel des Vorhabens ist die Entwicklung eines Konzepts zur Weitergabe von Produktinformationen, um daraus rechtliche Anforderungen abzuleiten, die als Grundlage zur Schaffung eines digitalen Produktpass und zur Erreichung der kreislaufwirtschaftlichen Ziele notwendig sind. Das Vorhaben umfasst:

Eine inhaltliche Analyse bestehender Informationsanforderungen aus Regulationen, Standards, Label, etc und Informationsbedürfnisse der Akteure (Hersteller, Nutzer, Recycler, etc. )
AP1, AP2
Eine Analyse und Erprobung der technischen Anforderungen zur Erfassung, Verknüpfung, Speicherung, und Weitergabe von Produktinformationen
AP3, AP4
Eine rechtliche Analyse und Weiterentwicklung der (a) inhaltlichen und (b) technischen Anforderungen zur Schließung von Informationslücken (AP5)
AP5

 

 

Organisation

TU Berlin

Schwerpunkte:
Koordination, AP1 & AP2

Elektronik, Digitalisierung, politische Prozesse & Gesetzgebung

 

circular.fashion

Schwerpunkte:

AP3 & AP4

Textil, Digitalisierung, politische Prozesse & Gesetzgebung, Front-End Programmierung

 

BSB Quack Gutterer

Schwerpunkte:

AP5

Rechtliche Beratung zu Digitalisierung, Datenschutz- und Produktrecht

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